Mein Strand

Mein Strand

Nein, nicht der Strand, den Sie gekauft haben, das geht in Deutschland nämlich gar nicht, weil der Strand auch eine hoheitliche Grenze darstellt, die dem Land gehört und damit uns allen.

Was ich meine, ist der Strand, den Sie als Ihren empfinden, weil Sie dort Ihre tägliche Runde mit oder ohne Hund drehen, der, an dem Sie kiten oder spielen oder sammeln. Was auch immer. Der Strand, den Sie durch alle Jahreszeiten kennen, den Sie lesen können, mit dem Sie sich verbunden fühlen.

Würden Sie da gern was machen? Was mit Sinn?

Wir brauchen Sie.

Wir, das ist „Ostseegras“, ein loser Zusammenschluss von Menschen, die an ihrem Strand wirken. Wir sind mittlerweile sechs Stützpunkte oder Perlen einer Strandkette zwischen Flensburg und Usedom.

Die Aktivitäten entstehen jeweils aus der Verbindung von Seegras und eigenen Talenten, Ideen und Erfahrungen. Oft spielt der Beruf eine Rolle und wird bereichert. Ein paar Beispiele:

  • Die Kinder eines Küstenkindergartens gehen jetzt regelmäßig an den Strand, sammeln, waschen, bauen tausend Sachen und sollen demnächst eine Wetterhütte bekommen.
  • Die Mitarbeiterin einer Tourismuszentrale möchte eine Seegraswaschanlage am Strand aufbauen, um Strandbesuchern (Touristen wie Einheimischen) exemplarisch zu zeigen, dass man aus dem angespülten Material vieles gewinnen kann. Von Seegraskissen bis Blasentangchips (zum essen).
  • Eine Lehrerin baut Strandexkursionen in ihren Unterricht mit ein.
  • Zwei Frauen aus Flensburg haben eine eigene Seegrasproduktion aufgebaut und werden demnächst Seegraskissen im Nebenerwerb verkaufen.
  • Eine alteingesessene Küstenbewohnerin macht sich umfassend schlau und gibt ihr Wissen in ihrem Umfeld weiter.

Sie alle tragen dazu bei, dass wir den Strand neu wahrnehmen. Nicht mehr nur als Entspannungs- oder Badeort, sondern in einem tieferen Verständnis, wo es nicht mehr um vermeintlich schlechte Gerüche geht, sondern um den Strand als Ganzes. Um den Strand als:

  • einen der letzten Orte, die noch frei zugänglich sind,
  • Ort, der niemandem und damit allen gehört,
  • der erhalten werden muss, damit uns das Land nicht unter den Füßen weggespült wird (was sowieso passieren wird, aber etwas später),
  • wo wir von Dünger über Stopfwolle und Isolierwolle bis hin zu hochgesunder Nahrung viel mehr finden, als wir bisher glauben.

„Ostseegras“ setzt sich dafür ein, dass wir lernen, den Strand wieder zu nutzen, wie es seit Urväterzeiten getan wurde: ohne Maschinen und in Maßen.

Indem wir am Strand Müll sammeln, tote Schweinswale melden oder nach Hochwasser Ausspülungen am Dünensaum mit Treibsel verfüllen, sind wir ehrenamtliche „Strandgärtner“ – und schaffen damit ein kommendes Berufsfeld.

Bisher puzzeln wir alle, jede/r für sich. Die Verbindung besteht vor allem darin, dass wir voneinander wissen und uns als Stützpunkte begreifen. Alles weitere wird sich entwickeln.

Haben Sie Lust? Dann fangen Sie an und melden uns bei Gelegenheit Ihren Stützpunkt.

Erster Schritt: Lesen Sie auf der Seite der Strand-Manufaktur den Punkt „Seegras für Zuhause“ und nehmen Sie beim nächsten Strandbesuch einen Beutel mit.

Frohes Schaffen.