Metoo

Metoo

Wissen Sie, wie widerlich ich es finde, dass sich Männer damit brüsten, Frauen im Fahrstuhl in den Schritt zu greifen?

Wissen Sie, wie unglaublich ich es finde, dass 50 Prozent aller Amerikaner einen solchen Mann zu ihrem Präsidenten wählen?

Und wissen Sie, dass ich es überhaupt nicht verstehen kann, dass unter diesen Wählern auch Frauen sind?

Wie kann das sein?

Ich dachte, Frauensolidarität wäre das, was immer dann mächtig wird, wenn Männer über die Stränge schlagen.

Oder war das mal und ist nicht mehr?

Auch als Mann kann man auf solche Männer wütend sein.

Im Studium habe ich als Barmann im „Hadley´s“ in Hamburg gearbeitet. Der Laden war neu, schwer angesagt und meist standen die Leute bis in die dritte Reihe am Tresen. Wir legten „Buena vista Social Club“ auf, mischten Caipirinha im Akkord und beobachteten die Gäste. Wo man hinguckte, wurde geflirtet: die erst abtastenden, dann einladenden Blicke, das dichter aneinanderrücken, Stimmen heben, oberste Knöpfe öffnen. Das alle betörende Gefühl flirtiger Leichtigkeit.

Immer, bis so eine Fraktion schwarzer Glattlederjacken plötzlich im Saal stand. Prompt war die Stimmung dahin: Die Frauen gingen auf „Vorsicht“, die Männer auf „Verteidigung“. Stimmung im Keller, Abend gelaufen, Küsse vertagt. Eben genau diese Männer, die nicht wissen, wie man fröhlich (und respektvoll) flirtet, stattdessen in Dominanzpose scannen, glotzen und bei entsprechendem Alkoholgehalt übergreifen.

Solche Männer – und eben nur solche – machen alles kaputt. Durch ihr Unvermögen. Durch ihre Komplexe. Durch ihre Unart. Die brauchen Macht, dicke Autos und sonstige Insignien, weil sie normal keine Frau angucken würde.

Wenn z.B. Herr Weinstein sich durch seine widerliche Art, seine berufliche Macht auszunutzen, nicht jeglichen Mitgefühls beraubt hätte, könnte man ja sogar Mitleid haben. Was für ein hässlicher Vogel. Was für ein Verlierer. So aber hofft man nur, dass er büßen muss für das, was er getan hat.

Zurück zu Trump: Ich bitte alle Huren von New York, sich morgen in ein Taxi zu setzen und im Trump-Tower Fahrstuhl zu fahren. Fangt ihn ab, umgarnt ihn, geht mit ihm ins Bett. Befriedigt ihn, bis er nicht mehr kann, bis er glückselig und im vollen Gefühl seiner überragenden Männlichkeit einschläft. Morgen, übermorgen, überübermorgen. Für den Weltfrieden. Der Nobelpreis ist euch sicher und finanziert kriegen wir das auch irgendwie.