Glückliches Land

Glückliches Land

Es war einmal ein Land, in dem alle Leute Arbeit hatten. Aber alle Leute waren unzufrieden, weil sie irgendwas machten, was sie gar nicht machen wollten, und das machte keinen Spaß.

Jeden Tag gingen Hunderte zum Präsidenten und beschwerten sich. Da dachte der Präsident nach und schrieb einen Brief:

„Liebe Mitbürger, kommt alle am Montag um acht Uhr ins Rathaus. Euer Präsident.“

Diesen Brief schickte er an alle Bürger.

Pünktlich am Montag um acht standen die Leute vor dem Rathaus und waren gespannt, was wohl passieren würde.

Da öffnete er die Tür und sagte: „Bitte eintreten, einer nach dem anderen“.

Den Ersten, der eintrat, fragte der Präsident: „Was ist deine Arbeit?“

Der sagte: „Ich bin Briefträger.“

„Das macht dir aber keinen Spaß, oder?“ fragte der Präsident.

„Nein“, sagte der Erste, „überhaupt nicht.“

„Was möchtest denn eigentlich machen?“

„Ich würde viel lieber Eis verkaufen“, sagte der Mann.

„Gut“, antwortete der Präsident, „du bist ab jetzt Eisverkäufer.“

Der Mann sagte danke, strahlte über das ganze Gesicht und ging.

„Der Nächste bitte“, rief der Präsident.

Dieser Mann war unglücklicher Bademeister und durfte ab jetzt Lehrer sein, wozu er viel mehr Lust hatte.

Dann kam eine Sekretärin, die Krankenschwester wurde und so ging es weiter, bis am Abend alle Leute die Arbeit hatten, die sie sich wünschten.

Einige Jobs, nämlich die, die keiner machen wollte, wurden einfach nicht mehr gemacht und alle fanden, dass das gar nicht schlimm war.

Denn die Menschen hatten so verschiedene Wünsche, dass alle wichtigen Arbeiten trotzdem verrichtet wurden.

Plötzlich waren alle glücklich, standen morgens früh auf, grüßten einander auf der Straße und gingen fröhlich zur Arbeit – und keiner beschwerte sich mehr.

(Co-Autor: Momme Awe)